Christen & Beschneidung – Eindeutigkeit im neuen Bund

Dieser Artikel behandelt das Thema Beschneidung im Christentum, welchen biblischen Hintergrund es hat, woher es kommt und wofür es ein Zeichen war. Im Vordergrund soll allerdings die Frage stehen: Warum ist eine Beschneidung bei Christen nicht nötig?

Ganz einfach: Es steht in der Bibel! Dies ist das Ergebnis einer Diskussion unter den frühen Christen (die jüdisch waren) und die Verbreitung des Evangeliums auch unter den Heiden forderten und eine Beschneidung (wir reden hier ja immer noch davon, dass ein Stück vom Penis abgeschnitten wird!) dabei nicht hilfreich sein wird. (Apostelgeschichte 15,19)

Warum das ganze überhaupt Thema ist und warum im neuen Bund diese Regeln nicht mehr gelten, müssen wir uns im gesamten Kontext angucken. Dazu blicken wir mal in das alte Testament – und somit in die Geschichte der Juden.

Beschneidung im Christentum vor Jesus (Judentum)

Ich versuche diesen Abschnitt so kompakt wie möglich zu halten, auch auf die Gefahr hin die eine oder andere Tatsache zu stark zu vereinfachen. Die Grundlegende Idee im Judentum ist folgende: Gott hab den Juden sein Gesetz, damit a) sie mit Gott Kommunizieren können (Reinigungsgesetze, Opferrituale etc) und b) sich von anderen Völkern abheben können.

Außerdem hat Gott immer wieder gefordert, dass man ihn als alleinigen Gott anerkennt. Dafür wählte Gott nicht irgendwelche Kriegsbemalung, sondern die Beschneidung aus. (Wenn ich Gott im Himmel treffe, dann frage ich ihn sicher was das eigentlich sollte…) Jeden falls sagt 1. Mose 17,11, dass die Vorhaut alle Männer als Zeichen für die Zugehörigkeit Gottes entfernt werden soll.

Das Interessante an der Mitgliedschaft im Judentum ist, dass es mit der Geburt passiert. Gott sieht also alle von Juden geborene Männer (und vermutlich auch Frauen) als jüdisch an. Das Zeichen dafür findet sich in 1. Mose 17,22: Dort wird beschrieben, dass alle Knaben am 8. Tag nach der Geburt beschnitten werden sollen.

Die oben genannten Anweisungen wurden nicht Mose, der so gut wie alle Gesetze von Gott abfangen hatte, überbracht, sondern von Abraham direkt – dem Mann, der von Gott als erster Mann für sein Volk ausgewählt wurde. Auf gut deutsch: Wir reden hier von einer sehr wichtigen Sache, die Gott von Anfang an von seinen Anhängern verlangt hat!

Warum Beschneidung am 8. Tag?

Es gibt Menschen, die sich Fragen warum die Beschneidung am 8. Tag stattfindet – die einfache Frage: Es steht so in der Bibel. In der Stelle 1. Mose 17,22 steht genau das. Wie relativ oft bei solchen Gesetzen bzw. Vorgaben von Gott, gibt es keine großartige Argumentation warum gerade der 8. Tag wichtig ist.

Die Tatsache der Beschneidung ist ein Zeichen des Bundes mit Gott. Andere Sagen: Die umgedrehte 8 sieht aus, wie die Unendlichkeit und Gott ist unendlich und deshalb… allerdings ist dieses Argument spätestens dann Unfug, wenn man bedenkt, dass das alte Testament nicht die indischen Zahlen (also 0,1,2,3…usw) benutzte, sondern das hebräische System.

Als anderer Grund wird gerne “Gesundheit” genannt – aber auch das steht nicht in der Bibel. Laut Bibel ist also der einzige Grund: Der Bund mit Gott.

Beschneidung des Herzens (Begründung aus dem Neuen Testament)

Wie wir wissen brachte Jesus den neuen Bund mit – d.h. die Gesetze sind im großen ganzen nicht mehr so bindend und die Herzenseinstellung gegenüber Gott ist relevanter geworden, als die Taten. Durch Jesus Opfer kann jeder einen Zugang zu Gott kriegen, ohne dass er bestimmte Rituale durchführen muss.

(Wobei es immer noch einige Tätigkeiten zu geben scheint, die die eine oder andere Sache im Leben von Menschen verändern. Ein Beispiel dafür ist in Römer 6 beschrieben: Die Taufe mit Wasser)

Nach seinem Aufstieg in den Himmel beauftragte Jesus Paulus (der eigentlich ein hochgebildeter Jude war und die Gesetze kannte) die gute Nachricht von der Befreiung des Gesetzes und der Sünde (aka “Die gute Nachricht” aka “Evangelium”) in der ganzen bekannten Welt predigten sollte. Eben dieser Paulus war auch Teil einer Unterhaltung bezüglich der Beschneidung von Nicht-Juden.

Nachdem Petrus eine Vision hatte, die erlaubte, dass auch Nicht-Juden (Heiden) zu Christen werden durften (Apostelgeschichte 10,9,12), musste geklärt werden welche Rituale nun zwingend durchgeführt werden mussten. Immerhin war Jesus der Retter der Juden – also gab es die Überlegung erst alle Menschen zu Juden zu machen und dann zu Christen. (Apostelgeschichte 15 ff)

Dies widersprach aber klar dem Auftrag Gottes alle Menschen zu retten, da diese vor den jüdischen Ritualen Angst hatten und damit einen Grund hatten sich nicht für Jesus zu entscheiden. Wir kennen die genauen Wortbeiträge von Paulus nicht, wir wissen nur: Kein mensch brauchte erst Jude werden, bevor er Christ wurde. Die Argumentation von Paulus lesen wir aber an anderer Stelle.

Warum diese scheinbare irrelevanten Hintergrundinformationen?

Ich möchte, dass du verstehst: Das Konzept, was nun folgt, war für die Juden absolut revolutionär und nur durch das Opfer von Jesus erreichbar: Die Abtrennung von dem Gesetz, und trotzdem Sündenfrei!

In Römer 2,25 bekräftigt Paulus nochmals das Prinzip, dass die Herzenshaltung wichtiger ist, als die pure Durchführung von Ritualen: die Beschneidung nützt etwas, wenn du das Gesetz hältst; hältst du aber das Gesetz nicht, so bist du aus einem Beschnittenen schon ein Unbeschnittener geworden

Er überträgt hiermit die fleischliche Beschneidung auf eine Herzenseinstellung. Das Herz ist durch die Erfüllung der Gesetze (die von Jesus für uns erfüllt wurden) beschnitten worden – das heißt nicht: uns fehlt etwas! Die Bedeutung ist hier so zu sehen, wie bei Abraham: Als Zeichen des Bundes mit dem einzelnen Menschen. Soll heißen: Dadurch, dass wir an Jesus glauben, wird unser Herz (und damit die innere Einstellung) für Gott “markiert”. Dadurch gehören wir (zu) ihm.

Keine Angst: Galater 5,6 ist da ein wenig klarer: “Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.” Hier ist die Beschneidung wieder fleischlich gemeint und bezieht sich auf das Ritual der Beschneidung. Es ist demnach völlig wurscht ob wir uns an das Ritual halten oder nicht: Der Glaube ist das, was uns wirklich zu Gott bringt.

Zusammenfassung: Warum werden Christen nicht beschnitten?

Im Christentum ist es egal ob jemand wirklich sein bestes Stück ein Stück kürzer gemacht hat oder nicht – diese Regel hielt die (männlichen) Juden als Identifikationsmerkmal äußerlich zusammen. Dieses äußere Merkmal hat Gott durch eine Art inneres Merkmal ersetzt: Solange die Herzenshaltung stimmt, gehörst du zu Gott.

Geschrieben von AlexanderWenn du ein Roboter bist, klicke bitte diesen Link an: Falle!