Die 10 Gebote nach Martin Luther

Dieses Thema ist fundermental: Was sind die 10 Gebote? Ich habe mir mal Martin Luther großen Katechismus geschnappt und versuche die 10 Gebote dadurch besser zu erklären.

Ganz klar sollte hier eins sein: Viele Stellen habe ich persönlich in die heutige Zeit übertragen, einfach um damit eine bessere Erklärung zu liefern. Die Listen sind die Zusammenfassung pro Punkt.

Am Ende es Artikels werde ich auf zwei Bücher auf Amazon verweisen: Einmal mein eBook zu dem Theme und einmal zu Martin Luther.

Intro zu den 10 Geboten

Die 10 Gebote wurden von Gott an Mose gegeben und bilden die Grundlage des israelischen Rechts. Ihr Gesetzescharakter ist dank Jesus aufgehoben – dennoch gelten ihre moralischen Werte weiter. Dies wird von Jesus in der Bergpredigt bestätigt.

Du sollst keine andere Götter haben neben mir

  • Glaube und Gott gehören untrennbar Zusammen
  • Ersatzgötter sollen gemieden werden
  • Personen wie Zeus und Jupiter sind keine Götter
  • Heilige sind Ersatzgötter und sollen nicht angerufen werden

Zusammengefasst heißt das: Es gibt nur einen einzigen Gott. Nur dieser darf angerufen werden und teilt sich seine Macht nicht mit irgendwelche anderen „Existenzen“. Als großen Anstoß gegen den Katholizismus schreibt Luther, dass Heilige ebenfalls nicht angerufen (bzw. angebetet) werden sollen. Denn damit würde man diesem Heiligen in einer bestimmten Begebenheit (z.B. Gesundheit) mehr Kompetenz in die Hand legen, als Gott selbst. Das geht natürlich gar nicht.

Du sollst den Namen Gottes nicht vergeblich führen

  • Gottes Name ist heilig
  • Er darf auf gar keinen Fall genutzt werden, um eine Lüge zu unterstützen
  • Der Ausdruck darf allerdings zur Betonung verwendet werden

Der Name von Gott ist „Gott“. Dieser Name darf nicht verwendet werden um Lügen zu unterstützen. Beispielsweise kann der Satz „Bei Gott, ich sage dir Wahrheit“ absolut okay sein, wenn es wirklich die Wahrheit ist – anderen Falls wäre es ein Verstoß gegen dieses Gebot. (Zusätzlich zum Lügen)

Du sollst den Feiertag heiligen

  • Der klassische „Sabbat“ gilt für Juden
  • Der Feiertag soll Gott dienen
  • Der Feiertag soll der geistigen Erbauung dienen
  • Im besten Fall ist jeder Tag ein Feiertag
  • Da Menschen aber selten sich selbst Zeit nehmen, soll der Sonntag erhalten bleiben

Bei diesem Gebot ist die Grenze zum Antisemitismus sehr dünn. Luther schreibt: Der feste „Sabbat“ ist für die Juden wichtiger als für Christen.

Für Luther ist es nicht wichtig, dass der letzte Tag der Woche frei ist und der geistigen Erbauung dient. Vielmehr soll im optimalen Falle jeder Tag ein solcher Tag sein. Doch Luther weiß, dass der normale Christ kein Mönch ist und empfiehlt daher die Beibehaltung des Sonntages als Feiertag.

Du sollst Vater und Mutter ehren

  • „Ehren“ ist höher gestellt als „lieben“
  • Das wichtigste Zwischen-Menschlichste Gebot
  • Kinder sollen den Eltern gehorsam sein
  • Eltern sollen gute Vorbilder sein
  • Eltern sollen den Kindern die Grundlagen des Christentums beibringen
  • Kindern sollen auf Eltern hören, auch wenn es sie ärgert – da sie dadurch Gott dienen  und ehren
  • Kindern sollten für die Eltern sorgen, wenn diese alt sind

Für die folgenden Punkte wird der Begriff „Vater“ von Luther deutlich weitergedehnt und bezieht sich auch auf die Obrigkeit (wie Könige), als auch Machthaber über Mägde und Mitarbeiter im Haushalt.

  • Sollten Kinder keine natürlichen Väter mehr haben, wird entsprechend Ersatz geehrt
  • Die Obrigkeit wird als „Vater“ bezeichnet und soll ebenfalls geehrt werden

Es ist okay seine Eltern nicht zu mögen. Es ist wichtiger diese zu ehren. Die Aufgabe der Eltern ist es, dass christliche Leben zu lehren und die der Kinder zuzuhören. Sollten die Eltern eine Aufgabe geben, welche gegen Gottes Wille gehen könnte, ist diese von den Kindern dennoch auszuführen.

Du sollst nicht töten

  • Das Gesetz gilt nicht für Gott
  • Das Gesetz gilt nicht für die Obrigkeit
  • Nicht töten durch Hand, Herzen, Mund, Zeichen, Gebärden, Hilfe und Rat
  • Nicht helfen, wenn man helfen könnte => Sünde
  • Hass und Wut sind Ursache und ebenfalls verboten

Auch wenn Luther dieses Gebot sehr eindeutig findet, beginnt seine Erklärung direkt mit einer Einschränkung. Diese bezieht sich darauf, dass die Obrigkeit eine strafende Vaterrolle (siehe vorheriges Gebot) einnimmt.

Dieses Gebot zielt auch darauf ab, alles zu unterbinden, was zu einer Tötung führen könnte: Schlechtes reden, schlechte Tat, unterlassene Hilfeleistung und so weiter.

Du sollst nicht ehebrechen

  • Der Mensch solle allgemein keusch leben (Außer in der Ehe)
  • Gott betont damit die Wichtigkeit der Ehe
  • Der geistige Stand (Mönche, Pfarrer etc.) missachten dieses Gebot, wenn sie Keusch leben und die Ehe verachten.  => Die Heirat von Pfarrern ist demnach nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht.

Luther nennt die Ehe „Stand“ (im Sinne von Ehestand) und hebt diesen über alle anderen Stände. (Eingeschlossen Kaiser und Könige)

Ich denke heute ist das nur als Beispiel zu sehen, wie wichtig eine Ehe zu sein hat: Der wichtigste Bund unter Menschen vor Gott.

Du sollst nicht stehlen

  • Diebstahl ist etwas zu Unrecht einem anderen nehmen
  • Verlust durch Faulheit (auch anderer) ist kein Diebstahl
  • Betrügen ist auch Diebstahl
  • Gott rächt den Diebstahl früher oder später
  • Der Dieb wird nicht glücklich
  • Man solle seinem Nächsten helfen sein Gut zu schützen und zu verbessern (=> Passivität scheint ebenfalls das Gebot zu verletzen)

Luther geht nicht gerade zimperlich um: Verschiedene Arten von Dieben beschreibt er verschiedene Arten von Bestrafungen zu – alle führen zum Tode. Seine Ermahnung gilt dem einfachen Volk, welches scheinbar ein Problem damit hat dieses Gebot zu befolgen.

Auch hier gilt das Prinzip des „Ursache-verhindern“ aus dem „Nicht-Töten“-Gebots: Alle Gründe für den Diebstahl menschliches Seite (bis auf das Eigentum) sollen aktiv unterbunden werden.

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten

  • Gott gibt Ehre und guten Leumund [Ruf] und will ihn schützen
  • Vor Gericht soll es zum rechten Richterspruch kommen
  • Jegliches Sprechen kann zur Sünde werden
  • Wenn du es nicht vor einem Gericht sagen magst, sage es gar nicht
  • Das Gebot stärkt den Körper Christi

Wenn du nichts Positives zu sagen hast, dann sage es nicht. Im Grunde ist dies die einfachste Zusammenfassung dieses Gebotes.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus & Du sollst nicht begehren sein Weib, Knecht, Magd, Vieh oder was sein ist

  • Die Aufzählung von „Weib“ liegt in der jüdischen Tradition begründet
  • Das gröbste ist mit dem 7. Gebot eigentlich gesagt („nicht stehlen“)
  • Das Gebot soll stets das Gute im Handeln betonen => z.B. können Handelsgeschäfte nicht direkt gegen das 7. Gebot oder geltendes Recht verstoßen.
  • Ehrlich Reich werden kann aber okay sein
  • Das Gebot prüft weniger die Taten, denn mehr die Herzeinstellung

Die letzten beiden Gebote der 10 Gebote werden von Luther in einem Kapitel bearbeitet und erklärt. Er schreibt auch ganz offen, dass diese beiden Gebote sich an Juden richten, da Christen ja wüssten, was sie tuen… Ich erwähnte ja schon mehrfach: In Luthers Katechismus findest du nicht nur subtilen Antisemitismus.

Weitere Quellen für die 10 Gebote

Martin Luthers kleiner Katechismus

Der große Katechismus von Martin Luther

Geschrieben von Alexander