Der grausame Gott des alten Testaments erklärt

Für viele scheint es wie selbstverständlich zu klingen: Der Gott des alten Testaments kann ja nicht der selbe sein, wie im Neuen – oder? Die Bibel behauptet zwar es sei der selbe, aber das Benehmen scheint sich ja drastisch anders zu sein. Immerhin lässt er ganze Städte zerstören und lässt die ganze Welt ertrinken. Warum scheint Gott im alten Testament so grausam?

Gott ist, war und bleibt der selbe. Auch heute ist droht Gott dem Menschen mit seinem Zorn (was er sehr grausam ansieht) – nur stehen wir, dank Jesus, unter einem neuen Bund mit Gott. In diesem hat er versprochen uns Menschen erst bei dem Weltuntergang zu richten und nicht schon auf der Erde.

Ist Gott wirklich grausam? Das Gottesbild im alten Testament

Was, wenn ich dir sage, dass Gott nicht grausam ist – sondern nur Konsequent in seiner Gerechtigkeit? Die Wahrheit ist nämlich diese: Wir alle haben seit Adam und Eva (also praktisch die gesamte Menschheit durch) vor Gott nicht bestanden. Der Mensch ist inzwischen so verdorben, dass er sich gegen die Gesetze Gottes bewusst und unbewusst stellt.

Im alten Testament wurde uns das durch die 10 Gebote gezeigt. Die 10 Gebote zeigen, was nicht göttlich ist. (Lese hier mehr darüber) Wenn wir keinen objektiven Maßstab haben, dann macht sich jeder Mensch seinen eigenen Maßstab. Da kann es schon mal okay sein zu lügen (“Es ist doch nur eine Notlüge”) oder zu Töten (“Der hat mit kein Respekt gegeben”). In Gottes Augen ist dies nämlich nicht gut (Profis sagen Sünde dazu) und für ihn als Schöpfer kein haltbarer Zustand.

War die Sintflut von Gott wirklich so grausam, wie wir annehmen?

Und dies zeigte Gott, in dem er Menschen strafte. Allerdings kann man sehen, dass dabei die Liebe zu seiner gesamten Schöpfung immer eine Rolle spielte. Vermutlich konnte sich die Sünde vor der Flut deshalb so ausbreiten – Gott brachte es nicht übers Herz seien Schöpfung zu zerstören.

Doch wie Erwachsene irgendwann bei ihren Kindern eingreifen, wenn es zu bunt wird. musste Gott auch irgendwann mit der Sintflut eingreifen. Doch hier ist eines zu beachten: Er sorgte dafür, dass seine geliebte Schöpfung überlebte, in dem er einen Mann (Noah) aussuchte alle Tiere zu retten – inklusive dem Menschen.

Ja. Alle anderen kamen um. Doch jeder hatte seinen eigenen Kopf und wollte nicht mit auf die Arche. Die Menschen hörten nicht auf Gott und er strafte diese. Nicht ohne Vorwarnung allerdings. Dieses Prinzip der Vorwarnungen finden wir auch in anderen Stellen der Bibeln.

War die Sintflut nun eine grausame Strafe des Gott des alten Testamentes? Das kann man so nicht sagen. Die Menschen hatten sich nicht an die (bisher nicht codifizierten) Anweisungen Gottes gehalten – also die Regeln, die dem Menschen zum guten dienen sollten. So oder so war der Mensch während der Flut den Dämonen verloren.

Gott selbst war sich offensichtlich im klaren, dass es nicht gerade die “beste Nummer” war, die er hätte machen können. Daher schenkte er der ganzen Menschheit das Versprechen, die Welt nicht mehr untergehen zu lassen. Als Zeichen dafür gab er uns den Regenbogen.

Gott vergibt Ninive

Vermutlich ist vielen Menschen die Geschichte von Jona und dem Wal bekannt. Vermutlich Wissen die meisten auch noch, dass es eigentlich ein riesiger Fisch ist – aber dies Tatsache spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle. Viel interessanter ist, wofür Gott Jona nutzt.

Jona soll der Stadt Ninive eine Nachricht von Gott überbringen. Gott möchte, dass die verdorbene Stadt wieder auf Gott hört und von ihren schlechten Angewohnheiten aufhört. Diese Stadt war genau bekannt für die übelsten Taten – heute würde man ehesten Las Vegas damit vergleichen (nur das bei Ninive einige Totenköpfe auf Spieße steckten)

Wie wir von der Sintflut gelernt haben ist so ein Verhalten bei Gott nicht gut angesehen. Doch anstatt, dass Gott diese Stadt sofort dem Erdboden gleich macht, schickt er Jona mehr oder weniger freiwillig und lässt eine Nachricht der Umkehr bringen: Die Bewohner der Stadt sollten sich wieder auf Gott richten, sonst würde sit Stadt zerstört.

Später in dieser Geschichte erfahren wir, dass Gott selbst keine wirklich Lust hatte die Menschen und Tiere zu töten. Er hätte es nur konsequenterweise machen müssen, wären die Bewohner nicht umgedreht. Gott vergibt dadurch der Stadt Ninive.

Auch an dieser Geschichte sehen wir, dass der subjektiv grausame Akt auch einen Teil der liebe und Gnade beinhaltet. Sonst wäre die Stadt ohne Vorwarnung zerstört worden.

Strafender Gott im alten Testament gegenüber Israel

Das nächste Beispiel, dass den grausamen Gott des alten Testaments relativieren soll ist das Volk der Juden an sich. Gott hat, warum auch immer, das Volk Israel ausgewählt, um “sein” auserwähltes Volk zu sein und mit diesem Volk zu zeigen, wie sich Menschen eigentlich zu benehmen haben.

Daher gab Gott den Israeliten Gebote, um sich von den anderen Menschen abzusondern und als “anders” von den anderen Menschen hervorzuheben. Beginnend mit einem Verhaltenscodex (10 Gebote), Vorschriften um die Beziehung mit ihm selbst zu regeln über Speisegebote, die anders waren als von anderen Menschen. Damit sollten im großen und ganzen zwei Dinge durchgesetzt werden:

  • Die Israeliten sollen sich ganz und gar Gott anvertrauen
  • Andere Menschen sollen sehen, dass das Volk was besonderes ist und sich eben diesen Gott anschließen

Gott war es wichtig, dass dieses Volk diese Gesetze so gut es ging einhielt und sorgte selbst dafür, dass es so blieb. Ein “krasses” Beispiel finden wir in Exedous 32,1-4: Die Anbetung des Goldenen Kalbs.

Strafe & das goldene Kalb

Noch bevor das Volk Israel die Grundlagen mit Gott schriftlich bekommen hatte (10 Gebote), verstoß das Volk gegen die einzige Regel, die sich impliziert im Verhalten Gottes ablesen lies: Gott vertrauen und keinen anderen anbeten. Immerhin war Gott derjenige, der die Männer und Frauen aus Ägypten geführt hat und sie aus der Sklaverei befreit hat.

Mit dem Bau einer Statue (ob das Kalb eine andere, tiefere Bedeutung hat ist für den Moment egal) und Anbetung dieser verstoßen die Israeliten gegen Gott. Sie vertrauten ihn nicht mehr. Das konnte Gott nicht auf sich sitzen lassen – und lies die Israeliten wieder bestrafen!

Auch hier ist es wichtig zu verstehen: Gott gab indirekt (offensichtlich hat Mose im Namen Gottes gehandelt) die Möglichkeit zu Wahl zu ihm umzukehren. Moses rief alle zu sich, die auf der Seite Gottes standen. Jeder einzelne hatte zu mindest die theoretische Möglichkeit wieder zu Gott zu kommen. Alle anderen wurden getötet.

Jetzt kommt vielleicht eine Stelle, die heute so vermutlich undenkbar ist: Dieses “Säuberung” von Ungläubigen war nötig. Es war nötig dazu, dass Volk Israel zu erhalten – und zwar nicht nur biologisch, sondern auch im Glauben an den einen wahren Gott. Die Menschen damals wussten es natürlich noch nicht: Der Retter der ganzen Welt (Jesus) sollte aus eben diesem Volk kommen.

Warum war Gott im alten Testament so grausam?

Kommen wir also mal zurück zur Ausgangsfrage: Warum war Gott im alten Testament so grausam?

Wie wir aus den oberen Text erkennen können, ist die Frage nach “grausam” nicht so einfach zu beantworten. Schlicht und einfach dessen, dass wir damit unseren eigenen Maßstab anlegen und nicht den Gottes. Vielleicht ist die Behandlung in Gottes Augen nicht grausam? Da keiner von uns ernsthaft Heilig ist und es mit Jesus aufnehmen kann, kann diese Frage von keinem Menschen ernsthaft beantwortet werden.

Was wir allerdings können ist die Liebe Gottes in jedem der Beispiel (und im Grunde allen andren Vorfällen in der Bibel) sehen: Auch wenn Gott konsequent sein muss, um das Volk Israel bzw. den Menschen überhaupt zu erhalten, gibt es jedes Mal die Wahl umzudrehen.

Bei der Flut schien die Menschheit so von Dämonen verführt (und Dämonen sind immer böse) zu sein, dass nur ein einziger davon nicht betroffen war. Gott zwang Jona dazu nach Ninive zu gehen, um die Menschen dort erfolgreich von der Umkehr zu bewegen (was spätere Generationen wieder verbockten). Die Bestrafung des ausgewählten Volkes dienten stets dazu nur die Gläubigen an Gott zu erhalten.

Machen diese Taten Gott zu einem grausamen Gott oder zu einem Gott, der einen längerfristigen Plan hat? Es Gibt gute Anzeichen in der Bibel, dass Gott bereits vor der Erschaffung der Welt mit Jesus die Menschen freikaufen wollte. (z.B. Gal 4,4) Dazu war es nötig, dass es eine Gruppe von Menschen gab, die die Prophezeiungen empfingen konnten und verstanden worum es einem möglichen Messiah geben musste. Gott wählte dazu die Israeliten und beschützte damit seinen eigenen Plan.

Warum er ausgerechnet diesen Weg wählte und in seine Allwissenheit keinen anderen Plan erdachte, wissen wir natürlich nicht. Wir müssen davon ausgehen, dass es der beste Plan ist, den es gibt.

Ob wir jetzt die Taten von Gott grausam finden oder nicht – offensichtlich waren diese nötig für die Rettung der Menschen.

Das grausame Bild von Gott in der ganzen Bibel

Zu guter Letzt blicken wir auf die ganze Bibel. Vom alten Testament lernen wir also, dass es Gott wichtig findet, dass eine Nachricht wirklich überlebt. Und das er dazu zu drastischen Mitteln greift. Denn er sieht das Ende kommen und er sieht das Gericht am Ende der Zeiten.

Warum es diesen Gericht geben muss und warum die Menschen in Gläubig und Hölle unterteilt werden, kann vermutlich kein vernünftiger Bibel-Lehrer ernsthaft beantworten. Allerdings erklärt sich auch in der Bibel eher relativ wenig, sondern spricht nur von Tatsachen – und wenn es mal zu einer Erklärung kommt (wie bei Hiob), dass heißt die Erklärung: Gott ist groß und weiß, was er tut. Ziemlich unbefriedigend für Menschen, ich weiß.

Also können wir selbst nicht Einschätzen ob das richten am Ende der Zeiten und der Verweilen von Ungläubigen in der Hölle wirklich objektiv grausam ist oder nicht. Wir wissen nur, dass es so ist und wir wissen wie wir nicht in der Hölle landen: Durch Jesus Christus.

Gott hat es also geschafft durch seine “Grausamkeiten” im alten Testament eine Liebesgeschichte für den Menschen zu erzählen: Sein Sohn (also Gott selbst) starb für den Menschen. Wir müssen Jesus nur Vertrauen und kommen zum Vater. Dies wäre nicht möglich, wenn das Volk Israel nicht überlebt hätte.

Daher sollte man den angeblich “grausamen” Gott in der Bibel eher in dem Licht der Liebe sehen und seine Grausamkeiten als Notwendigkeit.

Ein strafender und liebender Gott – auch noch heute?

Ist Gott nun strafend und grausam oder gnädig und liebend? Beides. In den Zeiten des alten Testamentes war er von nur einem Volk abhängig, dass sein Plan zur Rettung der Welt funktioniert – und habt ihr den Menschen gesehen? Das ist ja eine Katastrophe.

Im neuen Testament lesen wir vom selben Gott. Dieser Gott hat den wichtigsten Teil seines Planes ausgeführt und Jesus geopfert. Dann stieß er an, dass die frohe Botschaft in die ganze Welt verteilt wurde und auch Nicht-Juden endlich von Gott erfahren können und beim Ende der Welt eine bessere Chance haben.

In der heutigen Zeit straft Gott nicht mehr sofort, auch wenn wir durch unsere vielen Sünden (Römer 3,7) es sofort verdient hätten. Wie auch im alten Testament gibt er uns die Chance zu ihm zurückkehren und nach seinem Willen zu leben – in Form der Annahme von Jesus Christus als persönlichen Retter (Falls noch nicht getan: Hier geht’s zum Anfang) Er verschiebt die Strafe auf später und bietet uns Jesus als Lösung an.

Wir haben also unser ganzes Leben Zeit dieses Angebot anzunehmen. Irgendwann wird das letzte Gericht Gottes kommen und diese Erde wird untergehen. Dann wird Gott strafen. Ob grausam oder nicht liegt jetzt im Auge des Betrachters.

Ich sage: Gott ist strafend, aber nicht grausam. Es ist gnädig, aber nicht blind vor der Sünde.

Weitere Literatur

Die Liebe Gottes – Dieses Buch ist ein muss, um Gottes Wesen besser oder überhaupt verstehen zu können. Erst durch den Blick eines liebenden Gottes fallen manche Ereignisse in ein anderes Licht. Dieses Buch diente auch zum Teil als Quelle für diesen Artikel > Zum SCM Shop

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