Darum dürfen alle Christen Schweinefleisch essen! Aber…

Es klingt seltsam: Beinahe jede Religion nimmt sich heraus bestimmte Speisevorschriften dem Menschen vorzuschreiben. Nur ausgerechnet die Christen dürfen alles essen, was sie wollen – Warum das nicht immer so war, die Bibel Speisegebote kennt, welche Rolle Jesus Christus spielt und was dein Gewissen damit zu tun hat, findest du in diesem Artikel!

Im alten Testament (3. Mose 11) wird das Schwein als unrein erklärt. Unreine Tiere wiederum sollen von den Juden nicht gegessen werden. Die Christen sind aber spirituelle Nachfolger der Juden und die scheinen ohne Problem das Fleisch essen zu können.

Aus diesem Grund dürfen alle Christen Schweinefleisch essen: Kurz erklärt liegt das daran, dass die Gebote des alten Testaments durch Jesus aufgehoben wurden und das eigene Gewissen (durch den Heiligen Geist) der Maßstab wurde. Im weiteren findest du die Herleitung und weitere Details zu diesem Thema.

Schweinefleisch in der Bibel

In der Bibel wird nicht nur alleine das Schweinefleisch für unrein (nicht koscher, für Fachleute), sondern viele verschiedene Fleischsorten von bestimmten Tieren ebenfalls, erklärt. Das der Fokus heute besonders auf dem Schweinefleisch liegt, schreibe ich a) der allgemeine Kultur zu (die gerne Schweine ist) und b) der Tatsache, dass viele andere Religionen ablehnen Schweine zu essen.

Für diese Religionen muss es als Unding vorkommen, dass Christen Fleisch essen. Und ganz merkwürdig wird es dann für diese Menschen, wenn sie das alte Testament aufschlagen. In 3. Mose 11 wird nämlich alles, was gespaltene Hufe hat, als unrein erklärt. Da zählen Kamele genauso dazu, wie Schweine. Also ja: Die Bibel kennt ein Speisegebot, dass verbietet Schweine zu essen.

Und dieses Speisegebot wurde nicht von Menschen erfunden und niedergeschrieben, sondern direkt von Gott! Wie kann es sein, dass sich dann trotzdem viele Anhänger dieses Gottes nicht an das Gebot halten?

…weil sie sich nach dem Sohn Gottes richten, der die Bedeutung der alten Gesetze stark geändert hat. In einem späteren Abschnitt kannst du lesen, warum ausgerechnet dieses Gebot eines der wichtigsten wurde, um den Ungläbuigen das Evangelium näher zu bringen.

Doch zuerst werfen wir zunächst einen Blick in die Bedeutung der Gesetze des alten Testamentes, um zu verstehen wie das Schweinefleischverbot zu verstehen ist.

Rolle der Gesetze im Allgemeinen

Die Gesetze im alten Testament hatten mehrere Bedeutungen: Erstmal sollten die zeigen, wie Fehlerhaft ein Mensch ist. Es durch den Vergleich mit einer optimalsten Bedingungen konnte der Mensch seine Fehlerhaftigkeit erkennen. So sind die Gesetze wie “Du sollst nicht töten” oder “Du sollst nicht stehlen” ein klarer Hinweis darauf, dass Gott dies definitiv nicht für den Menschen vorgesehen hat. (Diese beiden Beispiel gehören zu den 10 Geboten. Wer mehr darüber erfahren will, kann dies in diesem Artikel tun)

Zum zweiten stellten die Gesetze eine Möglichkeit da in Kontakt mit Gott zu kommen. Wer sich die Bücher Mose durchliest, wird feststellen, dass viele Gebote weniger das direkte Zusammenleben der Menschen betreffen, denn mehr dem Kontakt zwischen Mensch und Gott. Da stehen Gebote geschrieben wie “Was muss ich opfern?”, “Wie muss ich opfern?”, “Wie muss ich mich verhalten, um vor Gott treten zu dürfen”.

Und ein wichtiger Aspekt dabei war die Reinlichkeit von Menschen. Dabei war nicht nur das Waschen mit Seife gemeint, sondern auch eine Art innere Reinheit. Diese Reinheit konnte von Kranken und toten Menschen gestört werden -und eben auch von falschen Essen. Es gab zwar immer die Möglichkeit seine Reinheit wieder herzustellen (da Gott mit seinem Volk Kontakt haben wollte), aber es war sehr aufwändig und es gilt als schlechtes Leben dagegen die (Reinheits-)Gesetze zu verstoßen.

Aufhebung der Speisegebote im Neuen Testament

Dann kam Jesus Christus und änderte alles. Bereits zu Lebzeiten relativierte er viele Gebote, die in der jüdischen Tradition als fest und unerschütterlich galten. Beispielsweise das Arbeiten am Sabbat (ein Arbeitsfreier Tag). Er lockerte die statischen Gesetze der Juden, die aus den gottgegeben Gesetzen übertriebene menschliche Vorschriften machten – Beispielsweise war es den Juden nicht erlaubt überflüssige Handschläge zu tun.

Viel interessanter, als die weniger strickte Auslegung der Gesetze, war der Tod und die Wiederauferstehung von Jesus Christus. Durch seien Tod nämlich wurden alle Opferriten absolut überflüssig. Sein Opfer war das ultimative Opfer für alle Menschen. (Hebräer 10) Dadurch brauchten die Mensche nicht mehr komplizierte Opferrituale, um sich rein zu waschen.

Das Opfer von Jesus erklärt uns rein. So steht der Weg für jeden Menschen offen direkt mit Gott zu kommunizieren, ohne das ein Weg über einen menschlichen Priester geschaffen werden muss. Dadurch entfällt aber auch der Sinn sämtlicher Gesetze, die uns rein machen können – da wir es ja durch Jesus schon sind.

Durch den Wegfall dieser Gesetze können Christen Schweinefleisch essen, da der eigentliche Sinn des Gesetzes (bzw. das Gesetz an sich) nicht mehr gegeben ist.

Der Wegfall dieser Regeln, in dem Gott die Tiere für rein erklärte, war auch der Wendepunkte für die Ausbreitung der Evangelisation. In der Apostelgeschichte 10,9-16 zeigt Gott, durch den Wegfall eben dieser Speiseregeln, dass sein Wort und die Erlösung durch Jesus Christus für jeden Menschen offen steht.

Sind die Speisegebote aufgehoben?

Es ist nicht klar ob die Speisegebote heute aufgehoben sind. Es gibt viele theologische Meinungen dazu. Manche sagen Jesus hätte das Gesetz erfüllt und anderen sagen er hätte das Gesetz aufgehoben.

Auf jedenfalls gilt: Ob aufgehoben oder erfüllt, ein Christ muss sich nicht mehr an die Gesetze halten, sondern handelt nach anderen Maßstäben.

Christliche Speisegebote heute

Halten wir fest: Christen dürfen im Grunde alles essen, was sie wollen ohne von Gott getrennt zu werden. Das Opfer von Jesus hat die “Spielregeln” in Richtung Gottesbeziehung geändert (Fachwort: “Neuer Bund”). Die Speisegesetze sind im großen aufgehoben – allerdings sind diese ersetzt wurden durch die eigene Moral des einzelnen Christen (welche durch den Heiligen Geist geprägt werden).

In 1. Korinther 8,7-13 steht beschreiben, wie sich das am besten zu verhalten hat: Berücksichtige bei deinem Essen deinen Nebenmann und unterstütze bei der Wahl deiner Nahrung seinen Glauben. Wenn es deinen Bruder vom Glauben an Jesus Christus abbringt, dann unterlasse es bestimmte Dinge zu essen. Das schließt auch Schweinefleisch an.

An dieser Stelle lässt sich natürlich streiten, ob der Verzieht auf Schweinefleisch einem ehemaligem Muslim hilft näher zu Jesus zu kommen, oder seien muslimischen Wurzeln weiter (ungewollt) festigt, ist eine klare Frage der Situation. Aber vielleicht hilft das nächste Prinzip aus dem oben genannten Abschnitt:

Wenn du Schweinefleisch, oder allgemein Nahrungsmittel und Speisen, zu dir nimmst, die einem Götzen geweiht sind, solltest du diese Speisen nicht verzehren. Damit könntest du bewusst oder unbewusst die anderen um dich herum in ihrem falschen Glauben stärken. Allerdings gibt es keine Pflicht zu fragen…

Um es kurz zu halten: Als Christ darfst du prinzipiell alles essen, aber nicht alles ist gut für dich. Höre auf dein Herz und folge deinem Gewissen bei der Wahl deiner Speisen. Wenn du ein schlechtes gewissen (warum auch immer) hast: Dann solltest du es (vorest) lassen. Der Heilige Geist wird dich schon auf den richtigen Weg bringen.

Welche Christen essen kein Schweinefleisch?

Gibt es Christen, die heute kein Schweinefleisch mehr essen? Sicher. Allerdings habe ich keine christliche Gemeinschaft gefunden, die im allgemeinen sich an die Speisegebote hält.

Es gibt Christen, die meinen die Speisegeboten wären nicht aufgehoben. Die Neu-Interpretationen der oben genannten Stelle aus dem neuen Testament sind dann aber nicht immer sehr sinnvoll (aus meiner Sicht). Letzten Endes gilt auch hier: Wenn es das eigene Gewissen plagt sich nicht daran zu halten, dann sollte man diese Gebote einhalten.

Neben dem “es-gibt-halt-das-gebot” gibt es auch Christen, die keine Schweinefleisch essen, weil sie Vegetarier oder Veganer sind. Oder aus irgendwelchen anderen -persönlichen Gründen – kein Schweinefleisch essen.

Dürfen orthodoxe Christen Schweinefleisch essen?

Ja. Auch orthodoxe Christen halten sich an die biblischen Prinzipien der Speisevorschriften. Mir sind keine Gruppen bekannt, die die alten Speisegebote bewusst halten – das würde m.E. auch stark dem Prinzip widersprechen, dass oben erklärt wurde.

Es kann ggf. sein, dass bestimmte Traditionen kein Schweinefleisch essen – dies hat dann aber traditionelle Gründe und keine biblischen;- auch hier darf jeder Christ nach seinem Gewissen handeln.

Schweinefleisch und andere Religionen

In jeder Religion gibt es verschiedene Regelungen bezüglich Schweinefleisch. Buddhisten zum Beispiel essen gar kein Fleisch, während der Islam gewisse Speisegebote praktiziert, welche nur noch vom Judentum übertroffen werden. Dies kann ein klares Spannungsfeld zwischen verschiedenen Religionen ergeben. Gerade wenn Kinder im Spiel sind, wird es schwierig. In diesem Artikel haben wir dieses Thema behandelt.

Zusammenfassung

Christen dürfen Schweinefleisch essen, weil dass Schweinefleisch einen Christen nicht mehr unrein machen kann. Die Reinheitsgebote aus dem alten Testament wurden durch das Opfer von Jesus Christus erfüllt (Manche sagen aufgehoben) und der Mensch ist nicht mehr an diese gebunden.

Geschrieben von AlexanderWenn du ein Roboter bist, klicke bitte diesen Link an: Falle!